Lesestoff: »Die Rekonstruktion des Menschen«



Verlag »Das neue Berlin« 1982, 2. Auflage

Phantastische Geschichten

Elf Geschichten phantastisch ja, aber nicht außergewöhnlich. Bei den berühmtesten Vertretern, in der ersten Geschichte von Stanislaw Lem und in der letzten Geschichte der Gebrüder Strugazki würde ich sogar von »Verarschung« sprechen, einfach nur eine Aneinanderreihung von geblubber.

»Die Rekonstruktion« von Andrzej Czechowski war pointiert und viel durch ihre Kürze auf.

»Die Probe« von Janusz A. Zajdel gefiel mir durch den Spannungsbogen, schon eher wie ein Krimi angelegt. Das Ende der Geschichte und die Lösung des Problems etwas brachial.

In »Ruf der Milchstraße« von Wiktor Żwikiewicz wird das Mit- und Gegeneinander von Mensch und menschenähnlichen Wesen thematisiert. Bevor das Ende des Erzählers gekommen ist, stellt er noch eine philosophische Frage, die er im Fieber diktiert:

»In unserem Jahrhundert hat die Wissenschaft eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, und manchmal will es scheinen, als sei sie in der Tat allmächtig. Stellen wir uns einmal vor, es sei ein künstliches Hirn geschaffen worden, doppelt so leistungsfähig wie das menschliche Hirn, doppelt so funktionstüchtig. Kann sich ein Wesen ausgestattet mit diesem Hirn, mit vollem Recht für einen Menschen halten? Was macht uns denn wirklich zu dem, was wir sind?«

Noch ein Wort zu den Abbildungen, einfach nur schrecklich, nichts sagende Schmierereien in Öl getauchter Farben auf schwarz-weiß reduziert. Schade um die Druckerschwärze und das Papier!