Lesestoff: »Gabriela«


Autor: Jorge Amado Titel: Gabriela Verlag: Volk und Welt 1982

Was mir sofort auffiel, als ich zu lesen begann, was werden die »N-Wort«-Wortverdreher sagen? Der Negerjunge Tuisca, die Negerinnen, ja sogar eine dicke Negerin, Mulattinen, Schwarze, alle das wird benannt. Und was soll ich sagen, die Geschichte spielt in einer Zeit, als es »normal« war, einen Menschen mit dunkler Hautfarbe so zu benennen.

Dann noch die Matcho-Geschichten, die sich durch das ganze Buch ziehen, als wäre es ganz normal, sich als Mann eine Geliebte zu nehmen. Wird die Geliebte aber erwischt, wird sie und vielleicht auch der Liebhaber erschossen. Mit Gabriela erschafft Amado einen Gegenentwurf, eine moderne Frau, die sich nimmt, was gefällt und so auch den »schönen jungen Mann«, gleichzeitig bleibt sie ihrem Berufsethos treu und strebt nicht nach »Höherem«.

Neben den Bezeichnungen für dunkelhäutige Menschen, den feudalen Beziehungen und Rollen von Mann und Frau, fällt noch etwas auf. Das Gesetz wird gebrochen, wenn es für die Durchsetzung der eigenen Ziele nützlich erscheint und genauso wenig wie die Gesetze, gelten die zehn Gebote im Brasilien dieser Zeit! Es wurde und wird gemordet und die Ehe gebrochen. Nur langsam verändert sich das Land, die Menschen...

Die langathmig geschilderten kleinbürgerlichen Mileau-Studien zu lesen, war ein Kraftakt. Was bleibt sonst noch von dem Buch?

Ein Konflikt zwischen Vater und Tochter, weil sich die Brüder alles herausnehmen durften, als Mädchen blieb ihr nur die Laufbahn einer Gattin und Mutter...

Gabriela stellt sich zum Ende noch eine wichtige Frage:

Warum litten die Männer so sehr, wenn ihre Frauen mit anderen Männern schliefen? Das verstand sie nicht.

Sind wir heute schon weiter oder sind die Aufregung und die Diskussionen über die Bezeichnungen »Mohr«, »Neger«, »Schwarzer« unter Mißachtung historischer Entwicklungen der einzige Fortschritt?

Lesestoff: Die Allmächtigen


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Es sind jetzt 22 Jahre vergangen, bis mir ein Buch aufgefallen ist, dass auf dem Cover ein Bild von den Osterinseln zeigt. An einer Replik aus Holz fahr ich ziemlich oft vorbei, allein das ist schon ein Grund es endlich mal in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig gibt es doch zu denken, was unser Hirn aussortiert oder behält! Die Veranstaltung mit Däniken, sein Vortrag, sein handsigniertes Buch, es war alles gestrichen. Nun aber folge ich seinen Gedankengängen ein zweites mal.

Zwei Zitate möchte ich hier festhalten:

Auf Seite 90 lese ich: »Wir leben ohnehin in einer Zeit, in der die Menschen zu einer Einheitssoße verrührt werden. Spekulationen über das Mögliche, über das Denkbare werden abgewürgt. Man tut dauernd so, als ob die Lehrmeinungen von sicherlich vernünftigen Leuten der Weisheit letzter Schluß seien. Und die wenigsten von uns merken, daß es sich lediglich um eine andere Ansicht, eine andere Auslegung handelt, die genausowenig bewiesen ist wie die Definition eine Kontrahenten«

Ein Bibel-Zitat auf Seite 143:

»Ihr Menschen habt Augen um zu sehen -- und seht doch nichts!«

Insgesamt ist es eine Weltreise zu vielen historischen und heute auch touristischen Orten. Machen wir also eine Weltreise, wie sie im Buch festgehalten ist. Dazu ein wenig Phantasie und viele Fragen bleiben offen oder wurden so noch nie gestellt ...

  • Ägypten -- Die Pyramiden

  • England -- Stonehenge

  • Türkei (Kappadozien/Anatolien) -- unterirdische Städte

  • Java -- Schiwa-Tempel von Prambana

  • Indien -- Tempelstadt Mahabalipuram, Kanchipuram

  • Malte -- Gleise im Gestein, der Tempel Mnajdra, Hypogäum

  • Mexiko -- Yukatan

  • Europa -- Verbindungen, wie mit dem Linieal gezogen, von Dänemark bis Griechenland

  • USA (Ohio) - Schlangengebilde

  • Chile (Iquique) -- Geoglyphen

  • Peru (Pisco, Nazca) Linien (Pisten?)

  • Ecuador -- Elefanten und andere Abbildungen (Fälschungen?)

  • Neuguinea -- neuzeitlicher Beleg wie Menschen unverstandenes modellieren, im Gedächtnis behalten und sogar verehren

  • Guatemala -- Tikal

  • Peru -- Inkafestung Sacsayhuanman

  • Bolivien (Puma Punku) -- passgenaue Formen

  • Mexiko -- Teotihuacan

  • Türkei -- Nemrud Dag

  • Singapur (Srinagar) -- Ruinen von Parhaspur, Grab des Jesu (Wallfahrtstädte der Hindus und Moslems)

  • Inselgruppe der Kiribati

  • USA (Arizona) -- Felsrizungen

  • Mexiko (Palanque)-- El Palaci

  • Brasilien (Kayapoindianer) -- Raumanzug aus Stroh geflochten?

  • Bolivien (Samaipata/Santa Cruz) -- Rillen im Gestein (eine Starbahn?)

  • Ägypten -- Flugzeugmodelle

  • Irland (Dublin) -- Dolmen, Newgrange genannt

  • Berlin, Ankara, Karnak -- Abbildungen von Mischwesen

  • Ägypten -- die Bundeslade, Manna ...

  • Kanada (Oak Island) und Frankreich -- Templerorden

  • Simbabwe -- Steinruinen

  • Peru (Picotal) -- Lochstreifenband

  • Kolumbien (San Autustin) -- Dolmen

  • Ägypten -- Pyramiden und eine Theorie zur Stromerzeugung

  • Peru -- Machu Pichu, Buritaca, die Architektur und das Weltbild der Kogi (Kagaba)

  • Indien -- Epos »Dona Parva« Städte am Himmel?

  • Honduras (Copan) -- Zahnräder und andere Radmotive

  • Altes Testament -- die Berichte des Hesekil (eine NASA-Ingeneur baut nach der Beschreibung ein Fahrzeug)

  • Frankreich (Bretangne)-- Menhire (stehende Steine)

  • Osterinseln -- Statuen von Lang- und Kurzohren

Quelle: Erich von Däniken »Auf den Spuren der Allmächtigen«

Orbis Verlag 1993

Lesestoff: Die Logik der Unvernunft


Autor: László Mérö Untertitel: Spieltheorie und die Psychologie des Handelns Verlag: Rowohlt Taschenbuchverlag

Im Zentrum steht die Spieltheorie die sich kaum in wenige Sätze verkürzen oder zusammenfassen läßt, deshalb hier ein Liste mit den wichtigsten Namen und Begriffen, die der Autor genannt bzw. thematisiert hat.

gemischte Strategie, Spieltheorie, reine Strategie, Zufall, kategorischer Imperativ, Goldene Regel, Asimov, Aristoteles, Descartes, Dollarauktion, Doppelspalt-Experiment, Eine-Millionen-Dollar-Spiel, Einstein, Elektron, Euklid, Gefangenendilemma, Gefühle, Gleichgewicht, Gödel, Gruppenselektion, Heisenberg, Intuition, Kant, Konfuzius, Kooperation, Logik, Lorenz, Meditaion, Mischökonomie, mystisches Denken, Nash-Gleichgewicht, Neumann, Nivana, Platon, Poker, Quantenmechanik, Rationalität, Reinkarnation, Sain-Exupéry, König Solomon, Sattelpunkt, Schrödinger, somatischer Marker, Nullsummenspiel, Spielverderber, egoistisches Gen, Tit for Tat (TFT), Wahrscheinlichkeitsfrösche, Wettrüsten, Würfel, Zen-Buddhismus, Zufall

Er verspricht wenige mathematische Formeln, verweilt aber meiner Meinung nach zu lange beim Durchspielen einzelner Szenarien.

  • Erkenntnis:

    Informationsmangel erschwert die Zusammenarbeit.

  • eine Parabel:

    In einer alten Parabel befiehlt der Herrscher den Wissenschaftlern seines Landes, das Wesen der Wissenschaft in einem einzigen Buch zusammenzufassen. Nach jahrelangen Erörterungen haben die Wissenschaftler ein dickes Buch geschrieben. Der Kaiser jedoch ist inzwischen alt geworden und erkennt, daß seine Zeit nicht ausreicht um dieses dicke Buch zu verstehen. Er befiehlt, das Wesentliche daraus so knapp wie möglich zusammenzufassen. Als nach Jahren das neue Buch fertig ist, fürchtet der Kaiser wegen seines hohen Alters, seine Zeit reiche auch nicht zum verstehen dieses Büchleins, und deswegen befiehlt er seinem klügsten Wissenschaftler, den Inhalt des Buchs in einem einzigen Satz zusammenzufassen. Der weise Mann denkt lange nach und berichtet schließlich, er habe den einen Satz gefunden, um den der Kaiser gebeten habe. Der Satz lautet:

    »Die Welt ist Kompliziert«

Wie wahr, wie wahr...

Lesestoff: Phantastik


Lange stand es im Bücherregal und ich habe es wegen der Vielzahl an Neuerscheinungen nie angelesen. Nun 40 Jahre später ist die Zukunft schon Realität und Zeit für eine Überprüfung! Der Grund sind zwei Jahreszahlen, zu denen sich die Autoren haben hinreißen lassen. In einer Geschichte wird das Jahr 2013 genannt und in einer anderen das Jahr 2023. Ich stecke jetzt also mitten in der Zukunft, denn wir schreiben das Jahr 2021.

Ich hab mich wirklich schwer getan, aber wenn ich ein Buch anfange lese ich es auch zu Ende (Ausnahmen bestätigen die Regel). Denn ich könnte ja einen wichtigen Satz und wenn es nur einer ist, verpassen!

Das Buch ist eine Sammlung von drei Autoren, wobei die erste Geschichte aus dem Jahr 1963 wirklich die schlechteste ist, oberflächlich und ohne eine mitreißende Idee. Das einzig interessante ist die Bezeichnung für einen Gebrauchsgegenstand den wir heute »Smartphone« nennen. Die Autoren haben es 1979 als »Televiofon, Televisiofon oder Videofon« bezeichnet. Ein guter Grund auf Wikipedia mal nachzusehen, wann das erste gebrauchsfähige Smartphone allgemein im Gebrauch war. Man muß es so um das Jahr 2005 einordnen. Vorher gab es schon reichlich Mobiltelefone, aber eben ohne Videofunktion. Bemerkenswert auch eine literarische Erfindung von Erich Kästner aus dem Jahr 2016 und damals wirklich Phantastik, die gewählten Worte schon fast hellseherisch gegenwärtig. Mehr dazu auf

https://de.wikipedia.org/wiki/Mobiltelefon

Und noch etwas hat mich die ganze Geschichte hindurch irritiert. Der Hauptheld der Geschichte heißt »Dar Weter« (1963) und ich habe immer wieder »Darth Vader« (1977) gelesen bzw. schoss es mir beim Lesen so durch den Kopf, zumindest eine phonetisch interessante Verwechslung und Irritation :-) Es bleibt die spannende Frage, ob George Lucas diese langweilige Geschichte jemals gelesen und ihn der Name des Haupthelden zu dem viel bekannteren Namen in seiner Saga inspiriert hat?

Weiter mit dem zweiten Autor Sewer Gansowski, er hat schon interessantere Ideen umgesetzt. Besonders gefallen hat mir die extreme Verlangsamung aller Abläufe gefallen die nahe an der Geschwindigkeit Null lagen, wovon der Held der Geschichte und ein zweiter eher »Antiheld« ausgenommen waren. Eine wirklich interessante Sicht auf das menschliche Handeln.

Brutal auch eine zweite Geschichte, in der Menschen auf der Straße gnadenlos und ohne gefragt zu werden, zu Versuchskaninchen im wahrsten Sinne des Wortes missbraucht werden. Es erinnert mich an das ungefragte Abgreifen von Daten aus den von uns verwendeten Computern oder die Belästigungen mit unerwünschter Werbung. In der Geschichte von 1979, wie heute ein unethisches, verabscheungswürdiges Verhalten.

Die Geschichten des dritten Autors, Dimitri Bilenkin, waren meist kürzer, jede für sich hat einen interessanten Aspekt, meist auch psychologischer Art berührt. aus heutiger Sicht sehr aktuell die Technikgläubigkeit. In einer der Geschichten wird ein intelligentes Haus beschrieben, das mitdenkt und wenn man so will Gedanken lesen kann, bis die Interpretationen nicht mehr synchron zu den Überlegungen der Besucher im Haus verlaufen und das Haus zu einer Falle wird. Ich muss unwillkürlich an den Hype der künstlichen Intelligenz denken, die ich immer noch auf Muster- und Bilderkennung reduzieren möchte. Allein auf diesem Gebiet gibt es jetzt schon dramatische Fehleinschätzungen und -urteile. Insofern berühren diese phantastischen Geschichten doch schon recht gut die heutige Realität.

Gnadenlos versagt haben die Geschichten, die sich auf eine Besiedlung des Mars eingelassen haben. Von touristischen Reisen und der neuen Vegetation auf dem Mars ist noch nicht viel zu sehen. Die ersten Automaten sind zwar schon unterwegs, aber die letzte Rakete, die einmal Menschen dort hin bringen soll, hat den Landetest vor ein paar Wochen nicht überstanden. Menschen auf dem Mars sicher, aber nicht in dem phantastischen Zeitraum von 40 Jahren (Buchdruck bis heute). Gut zu sehen das unsere Prognosen in Sachen Fortschritt immer noch der Realität hinterher hinken.

Damit übergebe ich das Buch der Mülltonne, denn das Papier ist so billig, das es ein Wunder ist, dass das Buch vom Druck bis heute (also die Zukunft) lesbar geblieben ist.

Vielleicht ist ja doch noch jemand neugierig geworden das Buch ist 1979 in erster Auflage auf Deutsch erschienen:

im Verlag Volk und Welt

Lesestoff: Wurzeln


Leseempfehlung: Wurzeln (roots)

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Alex Haley schrieb und veröffentlichte seine Familiengeschichte. Bemerkenswert waren für mich, die Rekonstruktion der Ahnenreihen, die Dank mündlicher Überlieferungen einen geschlossenen Kreis ergaben. Bermerkenswert die Beschreibung der Sklaverei, in Afrika wie in Amerkia. Bemerkenswert die Schilderungen der Brualität des Sklavenhandel. Bemerkenswert, dass immer wieder die Hautfarbe in allen Abstufungen thematisiert wird.

Ein lesenswertes Buch, das sehr zu empfehlen ist. Natürlich wird so ein interessanter Stoff auch verfilmt. Ich bezweifle, dass die geschilderte Dramatik in Bilder gefasst werden kann. Deshalb sollte man dem Buch den Vorrang geben.

Lesestoff: Kon-Tiki


Kon-Tiki

Thor Heyerdal hat 1947 eine Expedition gestartet, um zu beweisen, das die polynesischen Inseln von Amerika aus besiedelt worden sind. Die Drift dauerte 101 Tage und der Bericht enthält viele spannende Momente, es lohnt sich diese Reise im Geiste nacherleben zu dürfen.

Mehr zur Expedition auf der englischsprachigen Wikipedia: Kon-Tiki expedition