Genderitis, genau, em, em


Was ist eine Stilblüte? Wikipedia erklärt es wie folgt:

»Als Stilblüte bezeichnet man Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl oder Wortstellung, durch Versprecher oder durch Mehrdeutigkeit ungewollt komisch wirken. Viele angebliche Stilblüten sind Phantasieprodukte bzw. wenig gelungene Neologismen.«

Was ist dann die Einführung der gendergerechten Benennungen unter Mißachtung aller Sprachentwicklungen? Sprachterror nenn ich das.

Eine kleine Sammlung, was alles so geht, Stilblüte würde ich es nicht nennen. Die Benennung beider Geschlechter zerstört von Beginn an den Lesefluß und solche holprigen Texte pflege ich nicht zu Ende zu lesen, egal wie wichtig und gut gemeint die Botschaft ist. Der letzte Eintrag in dieser Tabelle ist der Anlaß es ein wenig zu dokumentieren.

Wo gehört/gelesen Beispiel Kommentar
Deutschlandfunk Nachrichten vom 3. August 2021, 16:30 Uhr Ein Mob hatte mitte der Woche Jagd auf Syrerinnen und Syrer gemacht ... Warum »ein Mob« warum nicht korrekt beide Geschlechter nennen, wie bei den Opfern, also »Mobber und Mobberinnen hatten mitte der Woche Jagd auf Syrerinnen und Syrer gemacht«.
Irgendwie ist das nicht konsequent genug!
Aus einem Slack-Channel (Juni 2021) Vom Namen her und im Beitrag outet sich die Autorin als weibliches Wesen, muss dann aber Pflichtgemäß gendern.
»So war ich leider nur Zaungästin.«
Egal welcher Kontext, gendern kennt keine Ausnahme, egal wie bescheuert das klingt.
Deutschlandfunk (Eine Sendung zur Landwirtschft) 21. Kalenderwoche Der Moderator bemüht sich beide Geschlechter zu nennen und natürlich die Dame zuerst! Also die Bäuerin/der Bauer, aber und da wird es dann nicht lustig sondern klingt total grotesk, über seine Lippen kommt dann immer sowas wie die »Bäuerinnen und Bäuern«. Schönes Gendersprech! Obwohl ein interessantes Thema, konnte ich dem Gespräch nicht mehr folgen.
Deutschlandfunk, Forschung aktuell vom 15.04.2021 ... die Forschenden aus Spanien... Und was machen die Forschenden, wenn sie es gerade nichts tun, sind es dann die Essenden, Schafenden, Denkenden?
Welt am Sonntag
Nr. 15; vom 11.04.2021
der Gast Wie lautet der weibliche Gast, die Gästin? (Ein Artikel über gendergerechten Zwang zu formulieren!)
Hebamme Und wie nennt man die männliche Form?
Magazin »Proveg« (April 2021) Wertschöpfungskette: vom Anbau über den Handel bis hin zu den Verbrauchenden. Warum nicht einfach die Verbraucher, also zu den Verbrauchern?
Radio die Italiener und Italienerinnen Dann bitte auch die Deutschen und die Deutschinnen!

Dazu kommt dann noch, das die Antwort auf jede Frage nicht 42 ist, sondern GENAU (möglichst langgezogen) und weil man erst mal überlegen muss wie der nächste Satz richtig gegendert wird, überbrückt man die Denkpause mit »em«. Das Phänomen habe ich in jungen Jahren erstmals bemerkt, als ein Mann abgestellt wurde, um uns Lehrlinge über Liebe und Sex aufzuklären. Wir hörten bald nicht mehr zu, weil unsere ganze Aufmerksamkeit dem nächsten »em« und unserer Strichliste gehörte. Heute ist es eine Kulturfrage oder ist es schon eine Genarationenfrage oder gar eine Bewegung? Es ist Zeit die »EM-EM«-Partei zu gründen. Genau ;-)