Word-Blender-Day -- Ansichten eines Juweliers


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Es ist immer wieder spannend zu hören und zu sehen, was andere kreative Köpfe so machen. Ein Beitrag hat mir besonders imponiert, weil der Vortragende, Damien Rohrbach auch viele allgemeine wenn nicht sogar philosophische Aspekte angesprochen hat.

So hat er die Last einer Geburt beschrieben, weil die Herkunft von Mutter und Vater zu einer neuen Mischform führt. So wurde er in der Schweiz immer als Mexikaner betrachtet, die mexikanischen Wurzeln reichen auch in Mexiko nicht, um als Mexikaner anerkannt zu werden.

Sehr viel hat er über die Arbeit berichtet und klar gemacht, dass Arbeit auch etwas mit Entspannung, vielleicht sogar mit Meditation zu tun hat. Es wurde entgegnet, das die wiederholte Aneinanderreihung von Objekten doch automatisiert werden könnte. »Ja schon«, so die Antwort, aber wo ist dann der Unterschied zwischen industrieller und handwerklicher Produktion? Eine berechtigte Frage für einen Juwelier. Interessant zu hören, das es selbst bei solch »einfachen Erzeugnissen«, die von einer Person realisiert werden könnten, dann doch schon die Spezialisierung gibt und Herr Rohrbach anmerkt, dass das Schleifen der Ringe eine eigenen Wissenschaft ist, von der er unter Umständen zu wenig weiß.

Mit den Ausführungen zur Zeit, wird es dann wirklich philosophisch! Wieviel Zeit haben wir, um auf diesem Planeten etwas zu bewegen, was machen wir mit der Zeit? Wird der Zeitgewinn doch immer wieder durch neue Probleme, die man übersehen hat, zunichte gemacht? Wird durch Unrast die Gesundheit ruiniert, Herr Rohrbach muss es am eigenen Leib erfahren, sieht auch seine Unruhe, sein ständiges in Bewegung sein müssen sehr selbstkritisch. Zum Schluß dann ein Lob auf Blender und eine Demonstration seines virtuosen Umgangs mit Blender und ein paar sehr schöne Schmuckstücke aus seinem Schaffen.

Alles in allem ein interessanter Vortrag, auch abseits der Technik mit ganz persönlichen Ansichten und Einsichten.

Vielen Dank für diesen Vortrag und sobald der Stream zur Verfügung steht, werde ich ihn hier einbinden.

https://www.blendermarket.com/creators/rohrbach

Genderitis, genau, em, em


Was ist eine Stilblüte? Wikipedia erklärt es wie folgt:

»Als Stilblüte bezeichnet man Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl oder Wortstellung, durch Versprecher oder durch Mehrdeutigkeit ungewollt komisch wirken. Viele angebliche Stilblüten sind Phantasieprodukte bzw. wenig gelungene Neologismen.«

Was ist dann die Einführung der gendergerechten Benennungen unter Mißachtung aller Sprachentwicklungen? Sprachterror nenn ich das.

Eine kleine Sammlung, was alles so geht, Stilblüte würde ich es nicht nennen. Die Benennung beider Geschlechter zerstört von Beginn an den Lesefluß und solche holprigen Texte pflege ich nicht zu Ende zu lesen, egal wie wichtig und gut gemeint die Botschaft ist. Der erste Eintrag in dieser Tabelle ist der Anlaß es ein wenig zu dokumentieren.

Wo gehört/gelesen Beispiel Kommentar
Hebamme Und wie nennt man die männliche Form?
Magazin »Proveg« (April 2021) Wertschöpfungskette: vom Anbau über den Handel bis hin zu den Verbrauchenden. Warum nicht einfach die Verbraucher, also zu den Verbrauchern?
Radio die Italiener und Italienerinnen Dann bitte auch die Deutschen und die Deutschinnen!

Dazu kommt dann noch, das die Antwort auf jede Frage, die sich nicht mit der Zahl 42 beantworten läßt: GENAU (möglichst langgezogen) und weil man erst mal überlegen muss wie der nächste Satz richtig gegendert wird, überbrückt man die Denkpause mit »em«. Das Phänomen habe ich in jungen Jahren erstmals bemerkt, als ein Mann abgestellt wurde, um uns Lehrlinge über Liebe und Sex aufzuklären. Wir hörten bald nicht mehr zu, weil unsere ganze Aufmerksamkeit dem nächsten »em« und unserer Strichliste gehörte. Heute ist es eine Kulturfrage oder ist es schon eine Genarationenfrage oder gar eine Bewegung? Es ist Zeit die »EM-EM«-Partei zu gründen. Genau ;-)

Lieber einen weißen Spatz ...


... als eine weiße Tontaube

Kaum zu glauben, aber die Natur bringt die Gene manchmal etwas durcheinander. Wir erfreuen uns an dem weißen Spatz und den Tontauben auf dem Dach.

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Gesichtet und abgelichtet am 08.03.2021 im Schmergerger Weg in Caputh.

Lesestoff: Die Logik der Unvernunft


Autor: László Mérö Untertitel: Spieltheorie und die Psychologie des Handelns Verlag: Rowohlt Taschenbuchverlag

Im Zentrum steht die Spieltheorie die sich kaum in wenige Sätze verkürzen oder zusammenfassen läßt, deshalb hier ein Liste mit den wichtigsten Namen und Begriffen, die der Autor genannt bzw. thematisiert hat.

gemischte Strategie, Spieltheorie, reine Strategie, Zufall, kategorischer Imperativ, Goldene Regel, Asimov, Aristoteles, Descartes, Dollarauktion, Doppelspalt-Experiment, Eine-Millionen-Dollar-Spiel, Einstein, Elektron, Euklid, Gefangenendilemma, Gefühle, Gleichgewicht, Gödel, Gruppenselektion, Heisenberg, Intuition, Kant, Konfuzius, Kooperation, Logik, Lorenz, Meditaion, Mischökonomie, mystisches Denken, Nash-Gleichgewicht, Neumann, Nivana, Platon, Poker, Quantenmechanik, Rationalität, Reinkarnation, Sain-Exupéry, König Solomon, Sattelpunkt, Schrödinger, somatischer Marker, Nullsummenspiel, Spielverderber, egoistisches Gen, Tit for Tat (TFT), Wahrscheinlichkeitsfrösche, Wettrüsten, Würfel, Zen-Buddhismus, Zufall

Er verspricht wenige mathematische Formeln, verweilt aber meiner Meinung nach zu lange beim Durchspielen einzelner Szenarien.

  • Erkenntnis:

    Informationsmangel erschwert die Zusammenarbeit.

  • eine Parabel:

    In einer alten Parabel befiehlt der Herrscher den Wissenschaftlern seines Landes, das Wesen der Wissenschaft in einem einzigen Buch zusammenzufassen. Nach jahrelangen Erörterungen haben die Wissenschaftler ein dickes Buch geschrieben. Der Kaiser jedoch ist inzwischen alt geworden und erkennt, daß seine Zeit nicht ausreicht um dieses dicke Buch zu verstehen. Er befiehlt, das Wesentliche daraus so knapp wie möglich zusammenzufassen. Als nach Jahren das neue Buch fertig ist, fürchtet der Kaiser wegen seines hohen Alters, seine Zeit reiche auch nicht zum verstehen dieses Büchleins, und deswegen befiehlt er seinem klügsten Wissenschaftler, den Inhalt des Buchs in einem einzigen Satz zusammenzufassen. Der weise Mann denkt lange nach und berichtet schließlich, er habe den einen Satz gefunden, um den der Kaiser gebeten habe. Der Satz lautet:

    »Die Welt ist Kompliziert«

Wie wahr, wie wahr...

Lesestoff: Phantastik


Lange stand es im Bücherregal und ich habe es wegen der Vielzahl an Neuerscheinungen nie angelesen. Nun 40 Jahre später ist die Zukunft schon Realität und Zeit für eine Überprüfung! Der Grund sind zwei Jahreszahlen, zu denen sich die Autoren haben hinreißen lassen. In einer Geschichte wird das Jahr 2013 genannt und in einer anderen das Jahr 2023. Ich stecke jetzt also mitten in der Zukunft, denn wir schreiben das Jahr 2021.

Ich hab mich wirklich schwer getan, aber wenn ich ein Buch anfange lese ich es auch zu Ende (Ausnahmen bestätigen die Regel). Denn ich könnte ja einen wichtigen Satz und wenn es nur einer ist, verpassen!

Das Buch ist eine Sammlung von drei Autoren, wobei die erste Geschichte aus dem Jahr 1963 wirklich die schlechteste ist, oberflächlich und ohne eine mitreißende Idee. Das einzig interessante ist die Bezeichnung für einen Gebrauchsgegenstand den wir heute »Smartphone« nennen. Die Autoren haben es 1979 als »Televiofon, Televisiofon oder Videofon« bezeichnet. Ein guter Grund auf Wikipedia mal nachzusehen, wann das erste gebrauchsfähige Smartphone allgemein im Gebrauch war. Man muß es so um das Jahr 2005 einordnen. Vorher gab es schon reichlich Mobiltelefone, aber eben ohne Videofunktion. Bemerkenswert auch eine literarische Erfindung von Erich Kästner aus dem Jahr 2016 und damals wirklich Phantastik, die gewählten Worte schon fast hellseherisch gegenwärtig. Mehr dazu auf

https://de.wikipedia.org/wiki/Mobiltelefon

Und noch etwas hat mich die ganze Geschichte hindurch irritiert. Der Hauptheld der Geschichte heißt »Dar Weter« (1963) und ich habe immer wieder »Darth Vader« (1977) gelesen bzw. schoss es mir beim Lesen so durch den Kopf, zumindest eine phonetisch interessante Verwechslung und Irritation :-) Es bleibt die spannende Frage, ob George Lucas diese langweilige Geschichte jemals gelesen und ihn der Name des Haupthelden zu dem viel bekannteren Namen in seiner Saga inspiriert hat?

Weiter mit dem zweiten Autor Sewer Gansowski, er hat schon interessantere Ideen umgesetzt. Besonders gefallen hat mir die extreme Verlangsamung aller Abläufe gefallen die nahe an der Geschwindigkeit Null lagen, wovon der Held der Geschichte und ein zweiter eher »Antiheld« ausgenommen waren. Eine wirklich interessante Sicht auf das menschliche Handeln.

Brutal auch eine zweite Geschichte, in der Menschen auf der Straße gnadenlos und ohne gefragt zu werden, zu Versuchskaninchen im wahrsten Sinne des Wortes missbraucht werden. Es erinnert mich an das ungefragte Abgreifen von Daten aus den von uns verwendeten Computern oder die Belästigungen mit unerwünschter Werbung. In der Geschichte von 1979, wie heute ein unethisches, verabscheungswürdiges Verhalten.

Die Geschichten des dritten Autors, Dimitri Bilenkin, waren meist kürzer, jede für sich hat einen interessanten Aspekt, meist auch psychologischer Art berührt. aus heutiger Sicht sehr aktuell die Technikgläubigkeit. In einer der Geschichten wird ein intelligentes Haus beschrieben, das mitdenkt und wenn man so will Gedanken lesen kann, bis die Interpretationen nicht mehr synchron zu den Überlegungen der Besucher im Haus verlaufen und das Haus zu einer Falle wird. Ich muss unwillkürlich an den Hype der künstlichen Intelligenz denken, die ich immer noch auf Muster- und Bilderkennung reduzieren möchte. Allein auf diesem Gebiet gibt es jetzt schon dramatische Fehleinschätzungen und -urteile. Insofern berühren diese phantastischen Geschichten doch schon recht gut die heutige Realität.

Gnadenlos versagt haben die Geschichten, die sich auf eine Besiedlung des Mars eingelassen haben. Von touristischen Reisen und der neuen Vegetation auf dem Mars ist noch nicht viel zu sehen. Die ersten Automaten sind zwar schon unterwegs, aber die letzte Rakete, die einmal Menschen dort hin bringen soll, hat den Landetest vor ein paar Wochen nicht überstanden. Menschen auf dem Mars sicher, aber nicht in dem phantastischen Zeitraum von 40 Jahren (Buchdruck bis heute). Gut zu sehen das unsere Prognosen in Sachen Fortschritt immer noch der Realität hinterher hinken.

Damit übergebe ich das Buch der Mülltonne, denn das Papier ist so billig, das es ein Wunder ist, dass das Buch vom Druck bis heute (also die Zukunft) lesbar geblieben ist.

Vielleicht ist ja doch noch jemand neugierig geworden das Buch ist 1979 in erster Auflage auf Deutsch erschienen:

im Verlag Volk und Welt

Angestaubt...


Ist das Kunst oder kann das weg?

Seit mehr als zehn Jahren schützt eien Staubschicht das häßliche Ding. Wer hat es erworben und warum? Geht der Besitzer lieber zu Fuß, schön wär es.

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Lesestoff: Wurzeln


Leseempfehlung: Wurzeln (roots)

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Alex Haley schrieb und veröffentlichte seine Familiengeschichte. Bemerkenswert waren für mich, die Rekonstruktion der Ahnenreihen, die Dank mündlicher Überlieferungen einen geschlossenen Kreis ergaben. Bermerkenswert die Beschreibung der Sklaverei, in Afrika wie in Amerkia. Bemerkenswert die Schilderungen der Brualität des Sklavenhandel. Bemerkenswert, dass immer wieder die Hautfarbe in allen Abstufungen thematisiert wird.

Ein lesenswertes Buch, das sehr zu empfehlen ist. Natürlich wird so ein interessanter Stoff auch verfilmt. Ich bezweifle, dass die geschilderte Dramatik in Bilder gefasst werden kann. Deshalb sollte man dem Buch den Vorrang geben.

Radeln -- stromlinienförmig


Radeln -- stromlinienförmig

Schon gesehen und im eigenen Auto mit etwa 60 km/h hinterhergefahren. Später im März 2020 eine Zufallsbegegnung auf der »Tussi II« in Caputh, voll ausgebremst und zur Pause gezwungen.

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